Versatower:


So sieht mein Mast aktuell aus:
UKW: Diamond X5000 (2/70/23)
6m: ZX Yagi ZX6-4
KW: Optibeam OB 9-5




Doch bis dahin war es ein langer Weg:

Frühjahr 2014:

Begonnen hat das Ganze mit der Möglichkeit der günstigen Übernahme einer kompletten Antennenanlage bestehend aus Mast, Rotor und verschiedenen Antennen. Schnell war der Wunsch da, diese hier am Wohnort aufzubauen. Nachdem die Ehefrau überzeugt war wurden schnell ein paar Helfer aus dem OV mobilisiert und die Anlage am vorherigen Standort abgebaut und erst mal eingelagert. Bei solch einer Gelegenheit darf man nicht zögern. Ich möchte den Verlauf des Projektes hier etwas dokumentieren, auch als Hilfe für andere Funkamateure mit ähnlichen Plänen, denn auch mir wurde bei der Durchführung viel geholfen.

Ein erstes Beratungsgespräch bei der Bauabteilung der Verbandsgemeinde verlief nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte. Man wollte nicht so richtig zustimmen einen Gittermast im Wohngebiet zu genehmigen und verwies an das Bauamt der Kreisverwaltung. Auch hier hat man es wohl nicht oft mit solchen Anfragen zu tun, willigte aber ein, mein Anliegen zu prüfen und mich bei der weiteren Vorgehensweise zu beraten. Daraufhin stellte ich einen Bauantrag nach dem Freistellungsverfahren (siehe hierzu LBO RLP) zur Errichtung eines einfahrbaren Gittermastes für private Zwecke als Nebenanlage zum Wohngebäude, welcher nach 4 Wochen genehmigt wurde. Eine statische Berechnung fügte ich dem Antrag bei und schon konnte es losgehen.

Laut Statik war ein Fundament von 2m x 2,2m x 1,2m Tiefe notwendig. Das sollte auch bei einer ungünstigen Bodenfestigkeit, welche hier nicht zu erwarten war, auf jeden Fall ausreichen. Zuerst habe ich versucht die Grube mit dem Spaten auszuheben was aber durch den trockenen Sommer und den harten Boden nicht zu bewerkstelligen war.




Bereits nach einer Spatentiefe habe ich aufgegeben und hydraulische Hilfe in Anspruch genommen.
Viel kleiner hätte der Bagger nicht sein dürfen, denn auch er kam hier fast an seine Grenze.




Erdung ist wichtig. Aus diesem Grund wurde ein 4,5m tiefer Erdstab mit dem Vorschlaghammer eingetrieben. In dieser Tiefe wird hier auf jeden Fall Grundwasser erreicht. Hinzu kam dann später noch ein Fundamenterder welcher außerhalb der Armierung aber innerhalb des Betonfundamentes montiert wurde. So ist gewährleistet, dass eine langfristige, verwitterungssichere Zusatzerdung vorhanden ist. Ich habe mir zum Thema Erdung viel Gedanken gemacht und mir unzählige Beiträge im Internet angesehen. Ich kam zu dem Entschluss, dass die angewandte Lösung hier die beste ist.




Als nächstes kam der Befestigungskorb an die Reihe. Er soll vier M24 Gewindestangen sicher in ihrer Position halten und ein Herausziehen aus dem Beton unmöglich machen. Gefertigt wurde er aus Flacheisen welches ich angerissen und Vorgebohrt hatte. Beim örtlichen Landmaschinenschlosser ließ ich die Löcher aufbohren.




Anschließend wurde das Gestell verschweißt. Gut wenn man hier Zugriff auf einen Stapler hat, so ist sichergestellt, dass die Fundamentstütze auch später auf die Gewindebolzen passt (ganz wichtig !!!.




Als nächstes kam der Baustahl an die Reihe. Fertig gebogen, vom Baustoffhändler geliefert, war das Einbauen kein Problem.








Dann hieß es Beton marsch. 5,5 m3 ergeben über 13 Tonnen Gewicht. Dass sollte reichen, um die Tatsache zu schaffen, dass der Mast im Extremfall auf jeden Fall eher knickt als umfällt. Es ist fast aussichtslos zu versuchen die Oberfläche 100% eben zu bekommen. Auch kann sich das ganze Fundament einseitig ein paar mm setzen. Die erforderliche Genauigkeit sollte darum mit einer dünnen (2cm) Schicht Vergussmörtel erreicht werden.






Das Aufsetzen der Fundamentstütze klappte dank des Gabelstaplers sehr gut. Es ist ein großer Vorteil wenn man bis zur Baustelle fahren kann und Zugriff auf einen Gabelstapler mit Seitenverstellung hat. Die Stütze sitzt in der Mitte auf einem Stahlklotz (2cm). So kann sie mit den 4 Muttern auf den Gewindestangen exakt ausgerichtet werden.




Danach habe ich aus Dachlatten eine kleine Schalung gebaut und den Vergussmörtel unter die Fundamentstütze laufen lassen. Dieser Mörtel hat die Eigenschaft, dass er sich beim Abbinden nicht zusammenzieht, sondern sich minimal ausdehnt. Er hat eine ausgesprochen gute Fließeigenschaft, weshalb die Schalung zum Beton abgedichtet werden sollte. So werden alle Unebenheiten ausgeglichen und die Fundamentstütze steht gerade. Das Gewicht des Mastes mit den Antennen ist im Vergleich zu dem Fundament zu vernachlässigen und ändert nichts mehr daran. Bei ausreichender Bodenfestigkeit sollte das auch so bleiben.




Nach dem Aushärten konnte der Mast an die Fundamentstütze montiert werden. Dank Gabelstapler war auch dies kein Problem. Die Bandschlinge wurde genau im Schwerpunkt befestigt und der Mast war in wenigen Minuten sicher auf der Fundamentstütze befestigt.






Danach wurden Rotor (Yaesu G-2800DX), Oberlager, Drehrohr und Antennen montiert. Dass man die Backen des Rotors nicht zu sehr festziehen darf musste ich durch eigene Erfahrungen während dieser Arbeit lernen. Beim zweiten Backensatz entschied ich mich für den Bolzen durch das Drehrohr um die Verdrehsicherheit zu erhalten.








Sommer 2015

Aus Gründen des Blitzschutzes und der flexibleren Handhabung entschied ich mich für einen witterungssicheren Anschlusskasten, der um unnötige Kabellängen zu vermeiden in Höhe des 1. OG an eine Dachpfette montiert ist. In diesen Kasten führen alle Kabel vom Mast und hier wurde auch für jedes Kabel ein Hofi Überspannungsableiter montiert. Von dort aus gehen die Antennenkabel dann geschützt ins Haus zum Shack, so dass ich mit ca 30m Kabellänge für den Beam auskomme.



Als Antennenkabel für KW und 6m kam Airzell7 zum Einsatz. Es ist sehr leicht, was ein wichtiges Kriterium ist, da es ja frei am Teleskopmast herunterhängt. Zudem ist es doppelt geschirmt (Folie und Kupfergeflecht) was in Zeiten heutiger potentieller Störquellen im Haus auch immer wichtiger wird. Die Dämpfungswerte sind gut die Belastbarkeit sollte für die in DL zulässigen Sendeleistungen allemal ausreichen. Für die Rundstrahlantenne auf der Mastspitze habe ich Ecoflex10 verwendet, da diese Antenne bis 23cm eingesetzt wird und die Dämpfungswerte beim Ecoflex10 dort günstiger sind.


Herbst 2015

Nun wurde der P5C 3-Band-Beam durch einen Optibeam OB9-5 ersetzt. Die neue Richtantenne arbeitet auf den 5 oberen Kurzwellenbändern, wodurch die Cushcraft R5 nun überflüssig geworden ist. Die Resonanzen der OB9-5 sind an den Strahlerelementen einzeln einstellbar, was den Abgleich sehr einfach macht. Vergleichstests mit einer Gegenstelle über die Bodenwelle zeigten bei absolut gleicher Feldstärke auf 20m eine Verbesserung um 1dB auf 15m und sogar 2dB mehr auf 10m. Lediglich beim Vor/Rück-Verhältnis war der P5C auf 20m besser. Auf den anderen beiden Bändern lag auch hier der Optibeam vorn. Hinzu kommen die Bänder 17m und 12m welche beim Sommer-Beam nicht integriert waren, da dieser älter ist als die Zuweisung dieser Bänder für den Amateurfunkdienst. Der Wechsel auf den Optibeam hat sich also auf jeden Fall gelohnt.


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